Die Ermittlungsakte
Die Ermittlungsakte aus dem Staatsarchiv in Ludwigburg Findbuch EL48/2 3034 über den Gestapo-Chef Friedrich Mußgay von 1959-1960
Friedrich Mußgay
Auf Befehl des SS-Obersturmbandführers Friedrich Mußgay vom 28.Mai 1941 wurde A.Borowiec am 30.Mai 1941 in Oberteuringen erhängt.
Bürgermeister Ludwig Walter 13.10.1959
'...zusammen mit dem Ortsbauernführer Knörle, der inzwischen versorben ist, habe ich die Exekutionsstätte ausgesucht...
außer den bereits genannten Personen, wohnten der Exekution noch etwa 30 schaulustige Personen aus dem Dorfe bei...'
Polizeimeister Friedrich Reck 16.10.1959
'...wurde ich zum Absperren der Exekutionsstäte dienstlich abgeordnet. Madenreute....befand sich etwa 100 m weit vom Waldrand entfernt, im Wald...für mein Dafürhalten dürfte auch der damalige Bürgermeisterr Sporer neben Gaupp an der Weiterleitung der Anzeige an die GESTAPO eine wesentliche Rolle gespielt haben....'Die Exekution des einen Polen in Oberteuringen-Bibruck, fand m.W. einige Wochen nach der vorstehend geschilderten Exekution in Madenreute statt. Auch zu dieser Exekution wurde von meinem Kreisführer Dreher zum Absperren hinbefohlen....Wir saßen alle einige Stunden in der Gastwirtschaft 'Zur Post' beisammen ....Ich habe nur an den beiden geschilderten Exekutionen teilgenommen, Wenn Huber angibt , ich hätte auch an der Exekution auf dem Hof ''Mückle'', Gde.Langenargen, teilgenommen, so kann ich mich an diese Exekution nicht erinnern.....'
Landjäger Huber 16.10.1959
'...Ich erinnere mich an eine weitere Exekution durch Erhängen eines Polen auf dem Gehöft 'Mückle', Gde Langenargen, Krs.(Langenargen) Tettnang, die m.W. im Sommer 1942 stattgefand.... Reck und ich wurden von Drher dienstlich dazu befohlen, bei der Exekution zugegen zu sein... Ferner waren bei der Exekution zugegen der damalige Bürgermeister von Meckenbeuren, Bernhard Sporer.... der Ortsgruppenlkeiter Bruckmann, auch mußten die hier beschäftigten Polen bei der Exekution zugegen sein.... .....'
Berta S, geb.W. 16.10.1959
'...Im Rathaus wurde ich von dem damaligen Bürgermeister Sporer vernommen, der mir vorwarf, mit dem polnischen....Sporer hat mich 8 Tage lang vernommen und ich war während dieser Zeit im Ortsarrest eingespertt.... in Ravensbrück war ich bis zum 5.März 1945.....Mir wurden wohl auf Veranlssung des Bürgermeister Sporer und des Ortsgruppenleiter Bruckmann durch den noch heute in Meckenbeuren wohnhaften Frisör Stibli die Haare geschoren...
Resi F. S, geb.W. 17.10.1959
'...vom Landjäger Gaupp und dem damaligen Bürgermeister von Meckenbeuren, Sporer, vernommen....Dabei drohten sie mich beide, sie würden mich einsperren, wenn ich es nicht zugebe....Nach meiner Entlassung aus dem KZ Ravensbrück erzählte mir mein Vater, das der Pole bei der Vernehmung von Sporer und Gaupp geschlagen worden sei.Am darauffolgenden Tag wurde ich augf Veranlassung des Bürgermeister Sporer auf die Straße geführt und begleitet von einer großen Anzahl Leute zum Bahnhof in Meckenbeuren gebracht. Ich mußte mir vorne und auf dem Rücken ein Plakat umhängen, auf denen 'Du Polendirne, Du Sau' oder so ähnlich stand. An beiden Händen wurde ich an Stricken gebunden und an diesen von 2 uniformierten SA Männern geführt. Auf der Verladerampe am Bahnhof schor mir der Friseur Stibi von Meckenbeuren die Haare. Danach hielten mich auch 2 SA-Männer. In diesem Zustand wurde ich durch ganz Meckenbeuren geführt. Wenn ich nicht schnell genug gelaufen bin, bekam ich von den SA-Leuten Fußtitte...sondern der Arbeiter Schweigert, der, wie schon erwähnt, unser Nachbar war und, wie ich später erfahren habe und auch bei der Hauptverhandlung zur Sprache kam, derjenige war, der mich zur Anzeige gebracht hat. Schweigert soll mich anläßlich eines Zusammentreffens zwischen Sporer und Gaupp einer Gastwirtschaft in Langentroog, Gde.Meckenbeuren, denunziert haben.......'